Samstag, 24. Januar 2015

Cultural Week Celebration



It’s Celebration Time! Vom 27. Dezember bis zum 03. Januar ist Zeit für die jährliche kulturelle Woche. In dieser Zeit wird die Gründung des NSO Stammes, das Volk, das hauptsächlich in Kumbo lebt, gefeiert. Verehrt wird in dieser Zeit Ngonnso (im 13. Jhd.), die Gründerin der NSO und gleichzeitig der erste und einzige weibliche Fon in der Geschichte der Nso. Dieses Volk ist der Legende nach aus einem Streit um die Erbfolge nach dem Tod von Ngonnsos Vater entstanden, da sich keine Einigung fand, sind Ngonnso und ihre Brüder jeweils mit ihren eigenen Anhängern fortgezogen und haben dort ein Dorf gegründet, etwa Kumbo oder auch Foumban. In dieser Zeit finden verschiedene Festivitäten statt, unter anderem gibt es Tänze, Galas, ein Wettbewerb in einem traditionellen Brettspiel (Nsoda) und es wird zum Beispiel auch eine Miss Ngonnso gewählt. Der Start eines solchen Programmpunkts ist ganz nach kamerunischer Tradition ungewiss, was es teilweise erschwerte daran teilzunehmen. Doch da im Palast immer ganz viel los war, vor allem waren DjuDjus unterwegs, war es immer sehr lustig! Den Höhepunkt stellte der letzte Tag dar, denn dann sind alle DjuDjus in die Stadt gelaufen und es gab Musik und Tanz. Abgeschlossen wurde die Woche mit einer Parade, angeführt vom Fon, dem alle traditionellen Herrscher bzw. Inhaber eines traditionellen Titels gefolgt sind! Es war eine äußerst interessante Woche, in der wir mehr über die Kultur gelernt haben, als je zuvor!

Fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr!



Ich hoffe ihr hattet alle so schöne fröhliche Weihnachten wie wir hier! Das Weihnachtsfest führte uns nach Mbiamé, ein Dorf, das etwa 40 Minuten von Kumbo entfernt liegt. Dorthin mitgenommen hat uns Ivoline, die einige von euch vielleicht auch persönlich kennen, denn sie hat 2011 einen Freiwilligendienst in Deutschland verbracht. In Kamerun gilt eigentlich nur der 25. Dezember als Weihnachten und nur der 25. Ist ein öffentlicher Feiertag. Trotzdem haben wir uns am 24. Auf den 25 Minütigen Fußweg zur Kirche gemacht, um sozusagen für uns Heiligabend zu feiern, auch wenn der Gottesdienst nur spärlich besetzt war… Am 25. Sah das dann ganz anders aus, denn die Kirche war voll bis auf den letzten Platz und es wurde ein wunderschöner Gottesdienst, der nicht mal länger dauerte als ein deutscher Weihnachtsgottesdienst. Im Anschluss an das übliche nach-gottesdienstliche Fröhliche Weihnachten wünschen ging es dann zum Kochen nach Hause, denn in Kamerun ist es üblich an Weihnachten Freunde zu besuchen und die muss man schließlich verpflegen. Am Vortag hatten wir schon Kochbananen Chips und ChinChins (ein süßes Gebäck) als Snacks gemacht und nun hieß es Reis, Soße und Fleisch zu verarbeiten. Als aller Besuch gegangen war und wir uns selbst auch verpflegt hatten (gegessen wurde unter dem Weihnachtsbaum) sind wir zu Ivolines schwer kranker Oma gefahren um auch mit ihr Weihnachten zu verbringen!
Ein frohes neues Jahr an alle! Silvester und Neujahr haben wir in Kumbo verbracht und mit Freunden gefeiert. Nachdem wir ein bisschen in einer Bar gegessen und getrunken hatten sind wir um kurz vor 12 auf einen freien Platz gegangen, um mit Feuerwerk, Wunderkerzen und dem einzigen erschwinglichen kamerunischen Sekt, der nur alkoholfrei erhältlich ist, auf das neue Jahr anzustoßen!

Children's Ward



Vor unserem Weihnachtsurlaub habe ich beschlossen eine Woche auf der Kinderstation zu arbeiten. Dort wurde mir vor allem klar, was Überbesetzung bedeutet, denn wenn 3 Schwestern und  4 Studenten sich um 3-9 Patienten kümmern, dann bleibt nicht viel Arbeit für eine 8 Stunden Schicht… Dennoch war meine kurze Zeit dort sehr interessant, es sind doch ein paar Unterschiede zur Frauenstation vorhanden. Medikamente werden zum Beispiel pulverisiert unter Sirup gemischt und der Blutdruck wird nur bei sehr instabilen Kindern genommen. Sobald man mit kleinen Kindern arbeitet wird auch deutlich, welche Komplikationen Malaria eigentlich so gefährlich macht, denn was bei Erwachsenen recht einfach behandelbar ist, kann bei Kindern tödlich sein, denn Malaria geht bei ihnen fast immer mit Blutarmut einher, was eine der größten Todesursachen hier ist. Das sich die Arbeit in Grenzen hält ist meist gar nicht so schlimm, denn die Kinder sind immer glücklich wenn man sich mit ihnen beschäftigt, vor allem die, die eigentlich schon gesund sind, ihre Rechnung aber nicht begleichen können und deshalb noch dort bleiben müssen. Umso Herzzerreissender ist es dann, wenn Kinder entlassen werden…

Good Morning, Sister!



Jetzt ist es endlich so weit, seit dem 26. November arbeite ich im St. Elizabeth Catholic General Hospital in Shisong, einem der besten Krankenhäuser Kameruns. Mit einem so mulmigen Gefühl voller Angst und Vorfreude ging es zur Matron, einer sehr netten Schwester, die das Krankenhaus leitet. Von dort aus brachte man mich auf meine zukünftige Station, dem Female’s Medical Ward, der Frauenstation. Auf diese Station kommt in der Regel erst mal fast jede Frau über 13 die ins Krankenhaus eingeliefert wird, sei es mit Wunden, mit Herzproblemen oder anderen Beschwerden und von dort aus werden sie dann auf weitere Stationen verlegt. Zur Auswahl stehen etwa die Gynäkologie, Maternity (Geburtshilfe), Surgical I (dorthin kommen saubere Wunden), Surgical II (für infizierte Wunden), den sog. General Ward (zu 80% liegen hier Tuberkulose Patienten) oder den OP. Zusätzlich hat das Krankenhaus aber auch so ziemlich alles was ein Krankenhaus brauch, eine Kinder- und Männerstation, Ultraschall, Röntgen, Blutbank, Labor etc. und natürlich das Cardiac Centre, ein Herzzentrum, das vollkommen westlichen Standards entspricht, an die das restliche Krankenhaus dennoch recht nah rankommt.
Auf meiner neuen Station wurde ich sehr herzlich willkommen geheißen, hatte aber kaum Zeit mich mit allen bekanntzumachen, denn es ging gleich los mit der Visite. Die Visite findet alle zwei Tage statt, Montag, Mittwoch und Freitag. Dafür kommt extra ein Arzt aus den Sprechstundenzimmern und nimmt sich für jeden Patienten viel Zeit, hört sich Beschwerden an, tastet ab und hält ein bisschen lustigen SmallTalk. Hin und wieder ist es etwas unglücklich, dass es keinen bestimmten behandelnden Arzt gibt, denn untereinander finden kaum Absprechungen statt, sodass ein Arzt bei der Visite eine Patientin entließ, ein anderer sie 5 Minuten später da behalten ließ… Diese Visite durfte ich begleiten und etwa dem Arzt die Vital Zeichen der Patienten zeigen. Parallel zur Visite werden die Betten gemacht und die Vitalzeichen genommen, was bei ca. 40 Patienten durchaus seine Zeit brauchen kann. Auf dieser Station gibt es immer etwas zu tun, Medikamente austeilen, zum Röntgen oder Ultraschall bringen, Rechnungen machen lassen, diese mit den Betreuern bezahlen oder neue Medikamente in der Apotheke abholen. Zusätzlich zu diesen alltäglichen Aufgaben durfte ich bei Lumbalpunktionen assistieren (die Stationsärztin war ganz stolz auf mich, dass ich nicht umgefallen bin), beim Legen einer Magensonde zur Hand gehen und beim Legen eines Katheters zusehen.
Die Geschichten der Patienten waren nicht weniger interessant, von gewöhnlicher Arthritis bei einer 14-jährigen verheirateten Muslimin, der es nun nicht mehr erlaubt ist zur Schule zu gehen, über eine sehr nette Kamerunerin, die 2 Jahre im Südosten Chinas gearbeitet hat und den Ärzten jetzt ein Rätsel aufgibt, denn alle Tests fallen negativ aus, von Röntgenaufnahmen über Tuberkulosetests und schließlich einer Echocardiographie, der ich beiwohnen durfte, die aber nichts ergab… Schlussendlich geht es ihr gut, wenn auch ohne richtige Diagnose und ich war ein bisschen traurig, dass sie und ihre Schwester nicht mehr da sind... Am schlimmsten für mich und das gesamte Personal war ein Vergewaltigungsfall aus einem Dorf in der Nähe, eine 6 Männer hatten einer 20-jährigen Frau aufgelauert und sie anschließend vergewaltigt… Die Polizei konnte leider nicht viel machen, es stand Aussage gegen Aussage, wie mir Sr. Mary (die Betreuerin der Frau) später erklärt hat. Das hat uns allen Stoff zum Nachdenken gegeben…

Samstag, 29. November 2014

Catholic Education Week



In der Woche 11. – 15. November wurde in den katholischen Schulen in Kumbo die “Catholic Education Week” gefeiert, die unter dem Motto „Self Reliance of catholic education in the Diocese of Kumbo“ stand. Diese Feierlichkeiten fanden natürlich auch in der St. Augustine’s Primary School in Bamkika’ai statt. Begonnen hat die Woche mit einem Marsch der ganzen Grundschule durch das Viertel. Alle Schüler wurden dabei klassenweise in 2er Reihen aufgestellt und von Lehrern begleitet. Vorneweg haben zwei der Schüler ein Plakat mit dem Motto der Woche gehalten und alle Kinder haben folgendes Lied gesungen:
„Catholic School Children Show The Light, Catholic School Children Show The Light, Show, Show The Light, Show, Show The Light, The Light Of Jesus Christ”.
Da den ganzen Morgen die Sonne allerdings schon ziemlich stark geschienen hat und Sonnenhüte hier nicht so weit verbreitet sind, kamen die Schüler schon recht schnell wieder. Während dieses Marsches bin ich mit Sr. Franziska (Lehrerin von Class 3) in der Klasse geblieben und habe ihr geholfen, die durch ihre Krankheit liegengebliebene Arbeit nachzuholen.
Am Mittwoch fand dann ein weiterer Programmpunkt statt, für den den ganzen Montagnachmittag und den ganzen Dienstag geprobt wurde. Das war ein Wettbewerb, bei dem Bamkika’ai gegen zwei weitere Grundschulen in Kumbo angetreten ist und für den extra 40 Schüler mit Taxis und einem Bus in die Stadt gebracht wurden. Dabei gab es zwei Kategorien: Singen und traditioneller Tanz. Für das singen wurde ein Eingangslied, ein „Hauptlied“ und ein Schlusslied gesungen und währenddessen getanzt. Die Lieder wurden auch von den Schulen selbst verfasst. Nacheinander (die Reihenfolge wurde gelost) haben die Schulen ihre Darbietung der Jury (bestand aus einem Lehrer aller beteiligten Schulen) vorgestellt. Direkt im Anschluss ging es mit dem traditionellen Tanz weiter. Für diesen Tanz waren alle Schüler in wunderschöne Stoffe gehüllt. Allerdings unterschieden sich die Schulen im Aufwand, den sie dafür betrieben haben, so hat eine Schule sogar einen kleinen DjuDju und einen kleinen Leoparden (nur eine Verkleidung) gehabt. Direkt danach hat sich die Jury beraten und nach einer recht kurzen Zeit ihr Urteil abgegeben. Meine Schule hat das Singen gewonnen und die Freude darüber war riesig, wurde allerdings letzter in traditionellem Tanz.
Der Höhepunkt der Woche war die Open Air Messe, die am Freitagmorgen auf einer Wiese im Saint Augustine’s College stattfand, denn zu dieser Messe sind alle katholischen Schulen aus Kumbo und der näheren Umgebung angereist, sowohl Grund-, als auch Weiterführende Schulen. Dementsprechend voll war auch die Wiese und ich hatte das Pech, dass ich leider keinen Sitzplatz mehr gefunden hatte… Diese Freiluft Messe hatte allerdings auch ihre Nachteile, denn erst mal haben alle ab der Mitte der Sitzreihen nichts mehr von der Messe mitbekommen, weil die Lautsprecher nicht ausgeklügelt genug angebracht wurden, noch viel blöder war allerdings, dass alle außer den Pfarrern und dem Bischof in der prallen Sonne saßen und kaum ein Schüler hatte einen Sonnenschutz, geschweige denn Wasser dabei. So kam es, dass bereits nach einer Stunde Gottesdienst die ersten Schüler kollabiert sind. Trotzdem war es eine sehr, sehr schön Messe! Nach 3 Stunden in der Sonne waren wir allerdings doch ziemlich hungrig und haben die Essensstände, die sich an der Straße aufgestellt haben ein bisschen unterstützt.

Vorbereitung für den Marsch

Begleitet mit einem Gebet

Die Tanzformation

Eine der Schulen hatte im Rahmen des traditionellen Tanzes auch einen Leoparden, der auf den Jurytisch sprang

Ein bisschen Festival-Feeling

Wenigstens konnten wir den Bischof sehen...

Eine notwendige Erfrischung nach 3 Stunden in der Trockenzeit-Sonne