Ursprünglich hatten wir geplant, spätestens um diese Zeit
dem Fon von Kumbo/Banso, dem örtlichen traditionellen Oberhaupt des Volkes der NSO, einen Besuch abgestattet zu haben. Traurigerweise
müssen wir sagen, dass wir diesen Fon vermutlich nicht mehr vor Ende dieses
Jahres kennenlernen werden. Vor ungefähr 3-4 Wochen ist der Fon von einer Reise
nach Saudi-Arabien zurückgekehrt, genauer nach Mekka. Wie ich gelernt habe
bedeutet das, solange man nicht klar in einer Stellungnahme äußert, dass man
nur als Tourist dort war, dass man dorthin pilgert, was wiederum ein
automatischer Übertritt in die islamische Religion ist. Da unser bisher
katholischer Fon bisher keine öffentliche Stellungnahme gemacht hat und sich
wie die Kameruner sagen, fast nur noch mit Muslimen umgibt, ist der Bischof
(und viele andere auch) nicht gerade begeistert. Dies führte vor einigen Tagen
sogar dazu, dass man den Fon davon unterrichtete, dass sein Thron, der bisher
immer in der Kathedrale stand, von dort entfernt wird. Dementsprechend
schwierig ist es also momentan für uns ihn mit irgendeinem unserer Bekannten zu
besuchen, denn sie alle wollen warten „bis sich alles beruhigt hat“.
Goodbye Deutschland - Hallo Kamerun! Ab Mitte Juli werde ich, Annika, 18 Jahre alt, ein ganzes Jahr die Weiten Kameruns kennenlernen und mich dort sozial engagieren. Ich freue mich nach 12 Jahren Schule endlich die Welt kennenlernen zu dürfen und die Grenzen Deutschlands zu überschreiten. Von meiner Heimat Rüdesheim aus werde ich für 365 Tage nach Kumbo reisen.
Donnerstag, 13. November 2014
Blessing des neuen Caritas Gebäudes auf dem Bishop's Hill
Ihr Lieben
| Das endlich vollkommen fertiggestellte Gebäude |
| Fr. Dan und der Bischof |
| Das Schneiden des Bands |
St. Augustine Catholic Primary School Bamkika'ai
Nun habe ich also die Nursery School erst einmal hinter mir
gelassen, um die Primary School näher kennenzulernen. Die ersten Tage dort habe
ich in der 1. Klasse verbracht, um danach durch ein paar Klassenstufen zu
wandern. Der Morgen in der Grundschule beginnt ähnlich wie in der Nursery
School, nur ein bisschen früher, das heißt schon um 7:30 Uhr. Pünktlich um
diese Zeit wird das Morgengebet gesprochen und die Nationalhymne Kameruns
gesungen (die kann man bei den Grundschülern wesentlich besser verstehen, als
bei den kleinen Vorschülern). Während der Nationalhymne wird die Fahne gehisst
und alle die zu spät kommen müssen dort wo sie stehen warten. Nach der
Begrüßung der Lehrer und der Mitschüler, die mit einer Verbeugung der Jungen
und einem Knicks der Mädchen begleitet wird, singen alle einen sogenannten
„Marching Song“, bei dem sie aus einem sehr großen Fundus aussuchen dürfen. Manchmal
haben die Schüler dann noch das Marschieren geübt, was bedeutet, dass alle
Klassenweise ein- oder zweimal im Kreis über den Schulhof marschieren und
anschließend direkt in die Klassen gehen (aber immer nur nachdem die Lehrer die
Erlaubnis dafür gegeben haben). In unregelmäßigen Abständen fand noch eine
sogenannte „Inspektion“ statt bevor die Schüler in die Klassen durften. Dabei
kontrollieren die Lehrer, ob die Uniformen, die vor allem bei den Mädchen
ziemlich unterschiedlich sein können, sauber sind. Ist das nicht der Fall
werden die betreffenden Schüler gebeten die Uniform zu waschen, so zumindest
die Theorie, normalerweise bleibt es bei einer Verwarnung. In der Regel wurde
vor dem Unterricht noch ein kleines Pläuschchen unter Lehrern gehalten. In
meiner ersten Woche ging es dann gleich recht kompliziert los, denn es ist das
Ende der sogenannten „First Sequence“. Das Schuljahr ist in 3 „Terms“
aufgeteilt, die wiederum in 2-3 „sequences“ geteilt sind und an jedem Ende
einer solchen „sequence“ gibt es eine Lernabfrage. Dabei wird von der Diözese
für jede Klassenstufe dem Lehrplan entsprechend Aufgaben gestellt. Mir wurde
aber recht schnell bewusst, dass diese Aufgaben nicht immer klar bzw. nach dem
Lehrplan waren, was für viele Lehrer bedeutete, spontan alternative Antworten
oder komplett neue Aufgabenstellungen zu bilden. Class 1 hat insgesamt ca. 40
Schüler und eine wirklich schöne Klasse. Den Pult ziert sogar eine Tischdecke
und Blümchen. Für die „1st sequence Exams“ sollte jedes Kind separate Bücher
mitbringen, was allerdings viele nicht hatten, genauso wie Bleistifte. Die
Aufgaben wurden von den Lehrern dann an die Tafeln geschrieben und die Schüler
sollten nur die Lösungen aufschreiben. Abgefragt wurde eine ganze Reihe von
Fächern. Unter anderem die Klassiker Mathematik, Englisch, Handwriting,
Religion, Kunst, Französisch, aber auch Moral Education, Citizenship etc. Nicht
alle waren schriftlich, was ein Problem darstellte, denn bei mündlichen
Prüfungen muss jedes Kind einzeln vorkommen. Die restliche Klasse kann dabei
natürlich nicht still zuschauen und dabei kam ich dann ins Spiel, denn während
Sr. Collette einzelne Kinder prüfte habe ich den anderen bei den Aufgaben
geholfen und sie korrigiert. Um 11:15, wenn die Pause der Nursery endet,
beginnt die Pause der Grundschüler. Nach dem üblichen Gebet: „Bless us oh Lord and bless these our gifts
which we are about to receive from your goodness through Christ our Lord. Amen”
sind alle freudig zum Essen gestürmt. Die Pausen sind mittlerweile sehr
angenehm, weil es warmer wird und die Sonne trotzdem noch nicht so stark ist. Die
Lehrer lassen sich dann ihre Stühle von Schülern auf den Hof tragen und nutzen
die Pause für weitere Pläuschchen. Das Ende der Pause um 12:00 Uhr wird mit
einem Gong angekündigt. Dann versammeln sich alle klassenweise aufgereiht und
beten den „Angelus“, eine Reihe aus Gebeten (u.a. dem Ave Maria), ehe der
Unterricht weitergeht, bis zum jeweiligen Ende (je höher die Klassenstufe, die
Grundschule geht bis zur 6. Klasse, desto länger der Unterricht). Eine Ausnahme
davon stellt der Freitag dar, denn jeden Freitag wird der Boden der ganzen
Schule geputzt. Hierfür bringen die Schüler, die mit Putzen dran sind Eimer von
zu Hause und Lappen mit. Das Ganze läuft nach einem Plan, den ich noch nicht
ganz durchschaut habe.
Als ich am Tag darauf in die Schule kam, kamen mir alle
Schüler entgegen. Von Sr. Franziska, der Lehrerin der 3. Klasse, habe ich dann
erfahren, dass an diesem Morgen Schulgottesdienst ist und deswegen alle in die
Kirche im Jugendzentrum pilgerten. Also schloss ich mich dieser Völkerwanderung
an und trafen vor der Kirche auf Fr. Roland, der Schulmanager für die
katholischen Schulen in Kumbo. Zu diesem Gottesdienst kam allerdings auch die
Nursery School, was bedeutete, dass die Lehrer (und ich) auf die Nurseries und
die unteren Klassen der Primary aufgeteilt wurden. Ich habe dabei das große Los
gezogen, inmitten der Vorschüler zu sitzen und habe deshalb nicht so viel vom
Gottesdienst mitbekommen. Allerdings ist Fr. Roland auf eine sehr
locker-lustige Art mit den Kindern umgegangen und hat sie mit in den
Gottesdienst einbezogen, indem er ein paar Kinder herausgepickt hat und sie
nach Gebeten gefragt hat, die sie kennen. Das hat die Kinder natürlich ziemlich
angespornt. Fr. Roland hat für die Kinder (und auch für die Lehrer) später noch
eine Runde Lollis gespendet, wie er sagte, als Belohnung dafür, dass die Kinder
so leise waren, während des Gottesdienstes. Ein bisschen geschockt war ich
allerdings, dass manche Lehrer die Kinder auch während des Gottesdienstes
geschlagen haben. Schlagen ist ja sowieso ein Problem hier die Lehrer von
Klasse 1 und 2 schlagen beide ziemlich viel, in den höheren Klassen wird das
glücklicherweise weniger. Der Lehrstil ist generell auf Frontalunterricht
ausgerichtet, die Lehrer interessiert es nicht so sehr, dass die Hälfte dessen
was sie erzählen an den Kindern vollkommen vorbei geht… Vieles basiert auch auf
Befehl, wenn ein Kind zum Beispiel etwas tut, was es nicht tun sollte (auch
wenn es vielleicht nicht schlecht war) heißt es „Did I ask you to…“.
Die darauffolgende Woche gestaltete sich dann als reine
Improvisationskunst, denn die Lehrerin der 2. Klasse hat ganz plötzlich eine
Woche früher als „geplant“ ihr Kind (ein kleiner Junge) zur Welt gebracht und
fiel damit aus, eine Ersatzkraft (es ist schon ein Wunder, dass es überhaupt
eine gibt) kam erst in der nächsten Woche. Zusätzlich liegt die Lehrerin der 3.
Klasse mit Malaria im Krankenhaus, was bedeutet, dass Class 1&2
zusammengelegt wurden und ich in Class 3 geschickt wurde, um dort die Aufsicht
zu führen. Das war allerdings kein so großes Problem, auch wenn es mich einiges
an Überwindung gekostet hat, denn die Madame aus der 4. Klasse hat den Kindern
Aufgaben gegeben.
Trotzdem blieb mir noch die Chance auch die höheren Klassen kennenzulernen, die praktisch der Traum jedes Lehrers sind, denn als die Lehrerin von Klasse 5 sich um das Schulgeld kümmern musste, habe ich den Kindern, nachdem ich versucht habe mit den Kindern ein bisschen Galgenmännchen zu spielen (eigentlich hat es ganz gut geklappt, nur waren nicht alle interessiert daran), habe ich mit ihnen ihre Mathe-Themen wiederholt und als sie die Aufgaben nicht fertig machen konnten, haben sie mich sogar darum gebeten, sie ihnen als Hausaufgabe zu geben. Am nächsten Morgen kamen die Kinder dann ganz stolz und haben gesagt, dass sie alle Aufgaben gemacht haben. :D
Trotzdem blieb mir noch die Chance auch die höheren Klassen kennenzulernen, die praktisch der Traum jedes Lehrers sind, denn als die Lehrerin von Klasse 5 sich um das Schulgeld kümmern musste, habe ich den Kindern, nachdem ich versucht habe mit den Kindern ein bisschen Galgenmännchen zu spielen (eigentlich hat es ganz gut geklappt, nur waren nicht alle interessiert daran), habe ich mit ihnen ihre Mathe-Themen wiederholt und als sie die Aufgaben nicht fertig machen konnten, haben sie mich sogar darum gebeten, sie ihnen als Hausaufgabe zu geben. Am nächsten Morgen kamen die Kinder dann ganz stolz und haben gesagt, dass sie alle Aufgaben gemacht haben. :D
Schulgeld
Das Thema Schulgeld verdient hier einen eigenen Absatz, denn
es ist so ziemlich DAS Thema, seit Mitte Oktober. Viele der Schüler waren zur
Zeit der 1st sequence noch nicht registriert, denn dafür fällt eine Gebühr an,
was wiederum bedeutete, dass hinten in der Klasse während der Prüfungen immer
zwischen 2 und 7 Kindern standen, die nicht mitschreiben durften, denn das war
daran gebunden. So kamen während der Prüfungswoche immer mal wieder neue
Prüflinge dazu, was die Lehrer vor ein paar organisatorische Schwierigkeiten
stellte. Ende Oktober wurde dann noch ein bisschen genauer auf das Schulgeld
geschaut, denn bis dahin sollte jedes Kind mindestens 5000 Francs (ca. 8 €) an
Schulgeld gezahlt haben. Dann wurde begonnen, Kinder bei denen das nicht der
Fall ist, nach Hause zu schicken. Bei der Grundschule ist das etwas simpler,
als in der Vorschule, denn dort sind sich manche Kinder ihres Namens nicht
bewusst und reagieren darauf nicht. Allerdings wurden den Kindern hier nur
Notizzettel für die Eltern gegeben, was teilweise dazu führte, dass das
Schulgeld gezahlt wurde oder aber auch dass Kinder die nächsten 3-4 Tage nicht
in die Schule gekommen sind.
Nachdem ich jetz 2 ½ Monate in der Schule verbracht habe,
habe ich mich dazu entschieden, mein Projekt zu wechseln und werde ab dem 26.
November im St. Elizabeth Catholic General Hospital in Shisong in der
Geburtshilfe arbeiten.
| Schulgottesdienst in der Kirche von Bamkika'a | i |
| Chaos nach der Morning Assembly |
| Die ganze Schule übt Marschieren |
Sonntag, 19. Oktober 2014
Blutspenden in Kamerun
Eva und ich haben am Dienstag einmal ein
kleines Abenteuer gewagt! Bereits als wir das Cardiac Center des Krankenhauses
in Shisong besucht haben, haben wir erfahren, dass es dort eine Blutbank gibt,
die sich über jede Spende äußerst freut, gerade weil dieses Wochenende mehrere Operationen am offenen Herzen durchgefuehrt werden und weil wir beide schon immer
Blutspenden wollten (ich durfte ja zuhause noch nicht…) haben wir uns dafür
entschieden, das in Kamerun mal zu probieren. Nach ein paar Besprechungen mit
einem befreundeten Arzt, einfach über die Rahmenbedingungen (schließlich hatten
weder ich, noch Eva jemals Blut gespendet) haben wir uns relativ spontan den
Dienstag als Termin dafür ausgesucht. Also bin ich nach der Arbeit nach Shisong
ins St. Elizabeth General Catholic Hospital gefahren, wo ich mich mit Eva
getroffen habe. Zusammen sind wir dann zu der für die Blutbank zuständigen
Schwester gegangen, wo wir ein Formular ausfüllen mussten, bezüglich unserer
Blutspende Erfahrung, Krankheiten, Medikationen u.ä. Als diese prinzipielle
Formalität abgeschlossen war, wurden wir von ihr ins Labor der Blutbank
gebracht (dieses Labor entsprach vollkommen westlichen Standards und ist
vollkommen hygienisch rein), wo uns der zuständige Arzt ein kleine Menge Blut
für die üblichen Tests abgenommen hat. Zu dieser Zeit hatten wir schon 2
Stunden dort verbracht, hier wird niemand schnell hektisch, wenn es keine Probleme gibt
| Einen fuer mich und einen fuer Eva |
Die letzten Wochen in der St. Augustine's Nursery school in Bamkika'ai
Vor kurzem habe ich mich dazu entschieden,
meine Erfahrungen bezüglich der Abläufe etc. in der Nursery School zu
vergrößern, indem ich ein paar Wochen in der ersten Klasse der Nursery School
verbringe. Ich hatte aber keineswegs vor meine 40 Kiddies aus Nursery II ohne
bleibende Erinnerung zu verlassen, also habe ich mich mit 40 Blatt Papier
bewaffnet mit dem Plan ein bisschen Papierflieger zu basteln, damit die Kinder
nicht immer nur in der Schulbank sitzen. Ich fand es allein schon wunderbar,
wie gut es bei den Kindern angekommen ist und mit wie viel Elan sie sich ans
falten gemacht haben. Natürlich war es nicht gerade einfach, weil viele Kinder
das erste Mal in ihrem Leben ein Blatt Papier einigermaßen ordentlich falten
sollten. Aber am Ende hatte jedes Kind einen Flieger und weil mein
ursprünglicher Plan, den Weitwurf-Wettbewerb draußen zu veranstalten, daran
gescheitert ist, dass die Kinder zu aufgeregt waren, haben wir ihn drinnen durchgeführt.
Es wurde ein voller Erfolg und für die Gewinner warteten ein paar deutsche
Süßigkeiten!
Am nächsten Montag habe ich dann in Nursery I
angefangen. Die Rahmenbedingungen in dieser Klasse sind ein bisschen
komplizierter, denn dort sind ca. 80 Kinder zwischen 2 und 4 Jahren, weil es
keine eigene Klasse gibt für die Kinder, die das eigentliche Eintrittsalter für
die Schule (4Jahre) noch nicht erreicht haben (Pre-Nursery). Diese Bedingung,
zusammen mit der Tatsache, dass es nur eine Lehrerin und eine soz. Betreuerin
gibt, erschwert den Alltag in der Schule. Was im Klartext bedeutet, dass in der
Regel mehr geschlagen wird, als in Nurserz II, denn diese Kinder reagieren auf
die allseits beliebte Drohung „I beat you!“ nicht reagieren. Es ist natürlich
wesentlich anders als in Deutschland, aber das Glück das man empfindet, wenn
die Kinder lächeln oder sich freuen, wenn sie etwas doch geschafft haben, womit
sie vorher Probleme hatten, ist wirklich wunderbar.Ich hatte es als meine
Aufgabe entdeckt, den schwaecheren Kindern zu helfen und anschliessend die
Lehrer beim Korrigieren der Hefte zu unterstuetzen, natuerlich war auch hier
und da ein Liedchen dabei. Diese Woche stellte mich und Madame Odine, die
„Betreuerin“ der Klasse (sie beaufsichtigt die Kinder, wenn sie aufs Klo gehen
(die Kinder gehen immer alle zusammen), spült die Löffel, mit denen die Kinder
essen etc., ich habe ihr in meiner Zeit in dieser Klasse dabei geholfen) vor
ein paar Herausforderungen, weil die Lehrerin dieser Klasse im Krankenhaus lag
und sie somit nicht in die Schule kommen konnte. Also mussten wir zwei uns
überlegen, welche Aktivitäten wir durchführen. Wir haben uns dann einen Plan
gemacht, haben gesungen, getanzt und ein bisschen schreiben und benennen von
Körperteilen. Ich war ehrlich gesagt fast schon ein bisschen traurig, als die
Lehrerin wieder gekommen ist… Hier besteht allerdings auch das Problem, dass
hier selten genug Zeit zur Erholung genommen wird, weil die eigene Arbeit dann
schnell in Gefahr gerät.
Nach 6 Wochen in der Nursery School (gerecht
aufgeteilt in I und II), die mit positiven und negativen Erfahrungen bestückt
waren, werde ich mir jetzt die Grundschule in Bamkika’ai anschauen! Um erst
einmal einen Ueberblick zu bekommen, werde ich jede Woche eine der 6 Klassen
der Grundschule besuchen und somit am Montag in Class 1 anfangen!
| Schreibuebungen in Nursery II |
| Klassenfoto meiner 40 Suessen |
| Immer schoen nacheinander beim fliegen lassen |
| Es ist schon wesentlich voller in Nursery I |
Samstag, 18. Oktober 2014
Ein Ausflug nach Bamenda
Am Samstag haben wir uns zu unserem ersten großen Ausflug (beinahe) alleine aufgemacht. Dieser führte uns nach Bamenda, der Hauptstadt der Nordwest Region. Gefahren sind wir zusammen mit einer befreundeten Freiwilligen und Public Transport. Es war ein bisschen unbequem, aber die Strecke nach Bamenda ist zu 80% hervorragend und frisch saniert, außerdem ist die Landschaft entlang der Straße wunderbar, man kann tausende von kleinen Wasserfällen sehen und es ist traumhaft! Nach 3 Stunden Fahrt endlich angekommen, führte uns unser erster Weg zu Prescraft. Prescraft ist ein bisschen wie die "Eine Welt"-Läden in Deutschland. Sie konzentrieren sich auf Handwerk, dass in Kamerun hergestellt wurde und kaufen und verkaufen es zu fairen Preisen. Das Sortiment reicht von Basttaschen, über Holz- und Kürbiswerke, bis zu Töpferarbeiten! Die gesamte Atmosphäre dort ist wunderschön und es ist doch auch faszinierend, was hier alles so gemacht wird und wie wunderschön das Alles ist. Dort haben wir uns mit einer Freundin getroffen, die uns noch mehr von Bamenda gezeigt hat. Als erstes waren wir bei einer Bäckerei. Wir waren sooo glücklich als wir gesehen haben, was es in einer Großstadt im Vergleich zu Kumbo so alles gibt, denn diese Bäckerei hatte neben Baguette auch Kuchen (!) und Vollkornbrot (!), wovon wir erst mal ein bisschen mitgenommen haben, aber auch die Supermärkte bieten ein größeres Spektrum an Auswahl an. Nachdem wir also die französisch angehauchten Backwaren genossen haben, haben wir uns auf den Weg zum Hauptmarkt gemacht, weil wir auf der Suche nach mit Baumwolle gefüllten Kissen waren, die wesentlich weicher sind, als die die es in unserem Haus gibt... Der Markt ist wirklich enorm groß und man muss dazu sagen, dass wir nur wenig davon gesehen haben... Generell bin ich recht froh über Kumbo als unseren Wohnort, weil Bamenda unübersichtlich groß und voll ist. Nachdem wir dann genung vom Gedränge im Markt hatten, sind wir ins "Regierungsviertel" Bamendas gefahren, Upstation ist der Name, in dem sich alle möglichen Verwaltungsgebäude, aber eben auch das Haus des Regionalpräsidenten befinden. Dementsprechend uneinladend ist dieses Viertel auch, vieles ist hinter hohen Mauern und Stacheldraht versteckt... Und natürlich haben wir auch die Kathedrale in Mankon besucht, die wirklich richtig schön über Bamenda liegt mit einem riesigen Platz davor. Danach haben wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Hause gemacht, denn wir waren einfach nur richtig fertig. In Bamenda wird einem immer am deutlichsten bewusst, dass wir auf die Trockenzeit zugehen, denn dort ist es wirklich, wirklich, wirklich warm, vor allem in der Sonne, der man mangels Bäumen nicht so gut aus dem Weg gehen kann. Überglücklich sind wir deshalb im noch schön kühlen Kumbo angekommen. Zuhause mussten wir feststellen, dass wir kleine Heinzelmännchen zu Besuch hatten, die unseren kleinen Garten, der früher einem Dschungel glich, vollkommen pflanzbereit hinterlassen haben! Also warten wir jetzt nur noch auf den nächsten Markttag, um Setzlinge und Samen zu kaufen!
| Der goettliche Kuchen der Imagine Baeckerei |
| Die Vollkornbrotauswahl |
| Blick auf einen kleinen Teil Bamendas |
| Die Kathedrale in Mankon |
| Unser Garten nach grossflaechiger Rodung, was noch steht ist unser Fevergrass |
Sonntag, 5. Oktober 2014
Wir lernen die Gegend kennen!
Auch wenn wir recht selten von uns hören lassen, waren wir doch nicht tatenlos hier in Kumbo! Letzte Woche kam eine weitere deutsche Freiwillige hier in Kumbo an und wir hatten das Privileg, ihr die wichtigsten Plätze Kumbos zu zeigen!
Freitags haben wir uns auf den Weg nach Takijar gemacht, zum Kattel Market. Dieser Markt ist Kumbos zentraler Fleisch- und Viehmarkt, zu dem auch viele extra angereist kommen. Den größten Teil der Besucher machen die Fulani aus, ein Stamm, der meist muslimisch ist, und 80% der Kühe hier in der Gegend besitzt. Die Kühe werden alle in ein großes Gehege gesteckt, wo potenzielle Käufer sie anschauen können. Natürlich haben auch wir uns zumindest die Kühe von näher angesehen, die innerhalb eines Zaunes waren, um die anderen haben wir einen großen Bogen gemacht... Wir waren dann ziemlich überrascht, als wir die Preise für eine Kuh erfahren haben, der zwischen 250.000 und 500.000 CFA liegen kann. Schlussendlich haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden ein Kuh zu kaufen, es laufen in SAC ja schon genügend schuleigene Kühe herum. Dort werden neben Kühen auch Schafe und Ziegen umgesetzt, allerdings in wesentlich kleineren Mengen. Zusätzlich gibt es dort das frischeste und nebenbei auch am besten aussehende Fleisch, weil es im Prinzip frisch geschlachtet wurde. Deshalb gibt es dort auch das beste Soya und das haben wir dann auch probiert!
Bevor wir uns wieder auf den Weg gemacht haben, habe ich es natürlich auch geschafft Kuhscheiße in meine Schuhe zu transportieren...
Den Tag danach haben wir den Rest Energie genutzt, um mit einem Freund nach Tadu zu fahren, was ungefähr 30 Minuten Fahrt von Kumbo entfernt ist, um die Tadu Dairy Farm zu besuchen. Diese Milchfabrik stellt in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kuhbauern (auch meistens Fulani) aus deren Milch Joghurt, Butter und Käse her. Sie arbeiten sogar daran, frische Milch anbieten zu können. Der Manager hat uns sehr lieb empfangen und uns ganz viel erklärt und einen seiner Mitarbeiter als Führer eingestellt. Mit Schuhüberzug und Haarnetz bewaffnet haben wir die kleinen Räume besichtigt und durften anschließend noch Joghurt probieren! Da wir diesen Käseherstellenden Ort nicht ohne Käse verlassen konnten (Wir haben Luftsprünge gemacht, als wir das erfahren haben) haben wir uns noch mit Milchprodukten eingedeckt! (Auch wenn man sagen muss, dass man sich über Käse und Erdbeerjoghurt zwar sehr freuen kann, man aber immer wieder auch enttäuscht wird...)
Hier holt uns ansonsten der Alltag ein, deswegen gibt es nicht so viel neues seitens der Schule. Meine Zeit dort neigt sich dem Ende zu, ich bleibe dort noch bis Ende Oktober, momentan macht mich das ein bisschen sentimental wegen der Kinder, die einfach zu goldig sind...
Freitags haben wir uns auf den Weg nach Takijar gemacht, zum Kattel Market. Dieser Markt ist Kumbos zentraler Fleisch- und Viehmarkt, zu dem auch viele extra angereist kommen. Den größten Teil der Besucher machen die Fulani aus, ein Stamm, der meist muslimisch ist, und 80% der Kühe hier in der Gegend besitzt. Die Kühe werden alle in ein großes Gehege gesteckt, wo potenzielle Käufer sie anschauen können. Natürlich haben auch wir uns zumindest die Kühe von näher angesehen, die innerhalb eines Zaunes waren, um die anderen haben wir einen großen Bogen gemacht... Wir waren dann ziemlich überrascht, als wir die Preise für eine Kuh erfahren haben, der zwischen 250.000 und 500.000 CFA liegen kann. Schlussendlich haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden ein Kuh zu kaufen, es laufen in SAC ja schon genügend schuleigene Kühe herum. Dort werden neben Kühen auch Schafe und Ziegen umgesetzt, allerdings in wesentlich kleineren Mengen. Zusätzlich gibt es dort das frischeste und nebenbei auch am besten aussehende Fleisch, weil es im Prinzip frisch geschlachtet wurde. Deshalb gibt es dort auch das beste Soya und das haben wir dann auch probiert!
Bevor wir uns wieder auf den Weg gemacht haben, habe ich es natürlich auch geschafft Kuhscheiße in meine Schuhe zu transportieren...
Den Tag danach haben wir den Rest Energie genutzt, um mit einem Freund nach Tadu zu fahren, was ungefähr 30 Minuten Fahrt von Kumbo entfernt ist, um die Tadu Dairy Farm zu besuchen. Diese Milchfabrik stellt in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kuhbauern (auch meistens Fulani) aus deren Milch Joghurt, Butter und Käse her. Sie arbeiten sogar daran, frische Milch anbieten zu können. Der Manager hat uns sehr lieb empfangen und uns ganz viel erklärt und einen seiner Mitarbeiter als Führer eingestellt. Mit Schuhüberzug und Haarnetz bewaffnet haben wir die kleinen Räume besichtigt und durften anschließend noch Joghurt probieren! Da wir diesen Käseherstellenden Ort nicht ohne Käse verlassen konnten (Wir haben Luftsprünge gemacht, als wir das erfahren haben) haben wir uns noch mit Milchprodukten eingedeckt! (Auch wenn man sagen muss, dass man sich über Käse und Erdbeerjoghurt zwar sehr freuen kann, man aber immer wieder auch enttäuscht wird...)
Hier holt uns ansonsten der Alltag ein, deswegen gibt es nicht so viel neues seitens der Schule. Meine Zeit dort neigt sich dem Ende zu, ich bleibe dort noch bis Ende Oktober, momentan macht mich das ein bisschen sentimental wegen der Kinder, die einfach zu goldig sind...
| Die Kühe von Takijar |
| Das ist Herbert, Herbert kostet 380.000 CFA, mehr als 600€ |
| Wir haben uns frisches Soys und Kartoffeln gegönnt |
| Im Sekretariat der Tadu Dairy Farm |
| Ganz links findet die Käseproduktion statt, im hinteren Teil das Abfüllen des Joghurts |
| Hier reift der kamerunische Gouda |
| Die Dairy Farm verkauft Erdbeer-, Ananas-, Vanille- und probiotischen Naturjoghurt |
Abonnieren
Posts (Atom)