Donnerstag, 13. November 2014

Der Fon und die katholische Kirche



Ursprünglich hatten wir geplant, spätestens um diese Zeit dem Fon von Kumbo/Banso, dem örtlichen traditionellen Oberhaupt des Volkes der NSO, einen Besuch abgestattet zu haben. Traurigerweise müssen wir sagen, dass wir diesen Fon vermutlich nicht mehr vor Ende dieses Jahres kennenlernen werden. Vor ungefähr 3-4 Wochen ist der Fon von einer Reise nach Saudi-Arabien zurückgekehrt, genauer nach Mekka. Wie ich gelernt habe bedeutet das, solange man nicht klar in einer Stellungnahme äußert, dass man nur als Tourist dort war, dass man dorthin pilgert, was wiederum ein automatischer Übertritt in die islamische Religion ist. Da unser bisher katholischer Fon bisher keine öffentliche Stellungnahme gemacht hat und sich wie die Kameruner sagen, fast nur noch mit Muslimen umgibt, ist der Bischof (und viele andere auch) nicht gerade begeistert. Dies führte vor einigen Tagen sogar dazu, dass man den Fon davon unterrichtete, dass sein Thron, der bisher immer in der Kathedrale stand, von dort entfernt wird. Dementsprechend schwierig ist es also momentan für uns ihn mit irgendeinem unserer Bekannten zu besuchen, denn sie alle wollen warten „bis sich alles beruhigt hat“.

Blessing des neuen Caritas Gebäudes auf dem Bishop's Hill



Ihr Lieben
Ganz zufällig haben Eva und ich letzte Woche Fr. Dan, den Koordinator des Social Welfare Offices und den ersten Kameruner, den wir kennenlernen durften, getroffen, der uns dann ganz spontan zur Einweihung des neuen Caritas Gebäudes auf dem Bishop’s Hill eingeladen hat, das einen Großteil der Offices der Diözese beinhalten wird. Also haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein (es geht stark Richtung Trockenzeit) auf zum Bishop’s Hill gemacht, wo wir schon vielen bekannten Gesichtern aus den Offices, die umziehen (die anderen, Education Secretary und Family Life Office, sind beleidigt, weil sie in den alten Räumen bleiben müssen) begegnet sind. Eingeleitet wurde die Segnung mit der kamerunischen Verspätung von Fr. Dan mit einer Rede, in der er auch noch einmal auf die Geschichte der Offices eingegangen ist und allen Beteiligten gedankt hat. Darauf folgte der „kirchliche“ Teil , die Segnung, die von Bishop George Nkuo persönlich gespendet wurde, bei der zuerst gebetet und ganz viel gesungen wurde, wonach der Bischof mit weiteren Pfarrern jeden Raum des Gebäudes gesegnet hat. Während dieser Zeit konnten wir uns kurz im Schatten erholen, denn die Sonne schien an diesem Tag äußerst stark. Im Anschluss daran sollte ein riesiges Band durchgeschnitten werden. Dieses Band bestand aus den Farben der Flaggen von Kamerun, Deutschland (Symbol für die Unterstützung aus Limburg) und denen des Vatikans. Eva und ich wurde die Ehre zuteil den Bischof dabei zu unterstützen und haben somit links und rechts vom Bischof das Band festgehalten. Im Anschluss daran hat Fr. Dan allen Besuchern das Gebäude mitsamt allen Räumlichkeiten vorgestellt, wonach es in einem großen Konferenzraum mit unendlich bequemen Stühlen eine kleine Stärkung gab.

Das endlich vollkommen fertiggestellte Gebäude
Fr. Dan und der Bischof

Das Schneiden des Bands

St. Augustine Catholic Primary School Bamkika'ai



Nun habe ich also die Nursery School erst einmal hinter mir gelassen, um die Primary School näher kennenzulernen. Die ersten Tage dort habe ich in der 1. Klasse verbracht, um danach durch ein paar Klassenstufen zu wandern. Der Morgen in der Grundschule beginnt ähnlich wie in der Nursery School, nur ein bisschen früher, das heißt schon um 7:30 Uhr. Pünktlich um diese Zeit wird das Morgengebet gesprochen und die Nationalhymne Kameruns gesungen (die kann man bei den Grundschülern wesentlich besser verstehen, als bei den kleinen Vorschülern). Während der Nationalhymne wird die Fahne gehisst und alle die zu spät kommen müssen dort wo sie stehen warten. Nach der Begrüßung der Lehrer und der Mitschüler, die mit einer Verbeugung der Jungen und einem Knicks der Mädchen begleitet wird, singen alle einen sogenannten „Marching Song“, bei dem sie aus einem sehr großen Fundus aussuchen dürfen. Manchmal haben die Schüler dann noch das Marschieren geübt, was bedeutet, dass alle Klassenweise ein- oder zweimal im Kreis über den Schulhof marschieren und anschließend direkt in die Klassen gehen (aber immer nur nachdem die Lehrer die Erlaubnis dafür gegeben haben). In unregelmäßigen Abständen fand noch eine sogenannte „Inspektion“ statt bevor die Schüler in die Klassen durften. Dabei kontrollieren die Lehrer, ob die Uniformen, die vor allem bei den Mädchen ziemlich unterschiedlich sein können, sauber sind. Ist das nicht der Fall werden die betreffenden Schüler gebeten die Uniform zu waschen, so zumindest die Theorie, normalerweise bleibt es bei einer Verwarnung. In der Regel wurde vor dem Unterricht noch ein kleines Pläuschchen unter Lehrern gehalten. In meiner ersten Woche ging es dann gleich recht kompliziert los, denn es ist das Ende der sogenannten „First Sequence“. Das Schuljahr ist in 3 „Terms“ aufgeteilt, die wiederum in 2-3 „sequences“ geteilt sind und an jedem Ende einer solchen „sequence“ gibt es eine Lernabfrage. Dabei wird von der Diözese für jede Klassenstufe dem Lehrplan entsprechend Aufgaben gestellt. Mir wurde aber recht schnell bewusst, dass diese Aufgaben nicht immer klar bzw. nach dem Lehrplan waren, was für viele Lehrer bedeutete, spontan alternative Antworten oder komplett neue Aufgabenstellungen zu bilden. Class 1 hat insgesamt ca. 40 Schüler und eine wirklich schöne Klasse. Den Pult ziert sogar eine Tischdecke und Blümchen. Für die „1st sequence Exams“ sollte jedes Kind separate Bücher mitbringen, was allerdings viele nicht hatten, genauso wie Bleistifte. Die Aufgaben wurden von den Lehrern dann an die Tafeln geschrieben und die Schüler sollten nur die Lösungen aufschreiben. Abgefragt wurde eine ganze Reihe von Fächern. Unter anderem die Klassiker Mathematik, Englisch, Handwriting, Religion, Kunst, Französisch, aber auch Moral Education, Citizenship etc. Nicht alle waren schriftlich, was ein Problem darstellte, denn bei mündlichen Prüfungen muss jedes Kind einzeln vorkommen. Die restliche Klasse kann dabei natürlich nicht still zuschauen und dabei kam ich dann ins Spiel, denn während Sr. Collette einzelne Kinder prüfte habe ich den anderen bei den Aufgaben geholfen und sie korrigiert. Um 11:15, wenn die Pause der Nursery endet, beginnt die Pause der Grundschüler. Nach dem üblichen Gebet: „Bless us oh Lord and bless these our gifts which we are about to receive from your goodness through Christ our Lord. Amen” sind alle freudig zum Essen gestürmt. Die Pausen sind mittlerweile sehr angenehm, weil es warmer wird und die Sonne trotzdem noch nicht so stark ist. Die Lehrer lassen sich dann ihre Stühle von Schülern auf den Hof tragen und nutzen die Pause für weitere Pläuschchen. Das Ende der Pause um 12:00 Uhr wird mit einem Gong angekündigt. Dann versammeln sich alle klassenweise aufgereiht und beten den „Angelus“, eine Reihe aus Gebeten (u.a. dem Ave Maria), ehe der Unterricht weitergeht, bis zum jeweiligen Ende (je höher die Klassenstufe, die Grundschule geht bis zur 6. Klasse, desto länger der Unterricht). Eine Ausnahme davon stellt der Freitag dar, denn jeden Freitag wird der Boden der ganzen Schule geputzt. Hierfür bringen die Schüler, die mit Putzen dran sind Eimer von zu Hause und Lappen mit. Das Ganze läuft nach einem Plan, den ich noch nicht ganz durchschaut habe. 

Als ich am Tag darauf in die Schule kam, kamen mir alle Schüler entgegen. Von Sr. Franziska, der Lehrerin der 3. Klasse, habe ich dann erfahren, dass an diesem Morgen Schulgottesdienst ist und deswegen alle in die Kirche im Jugendzentrum pilgerten. Also schloss ich mich dieser Völkerwanderung an und trafen vor der Kirche auf Fr. Roland, der Schulmanager für die katholischen Schulen in Kumbo. Zu diesem Gottesdienst kam allerdings auch die Nursery School, was bedeutete, dass die Lehrer (und ich) auf die Nurseries und die unteren Klassen der Primary aufgeteilt wurden. Ich habe dabei das große Los gezogen, inmitten der Vorschüler zu sitzen und habe deshalb nicht so viel vom Gottesdienst mitbekommen. Allerdings ist Fr. Roland auf eine sehr locker-lustige Art mit den Kindern umgegangen und hat sie mit in den Gottesdienst einbezogen, indem er ein paar Kinder herausgepickt hat und sie nach Gebeten gefragt hat, die sie kennen. Das hat die Kinder natürlich ziemlich angespornt. Fr. Roland hat für die Kinder (und auch für die Lehrer) später noch eine Runde Lollis gespendet, wie er sagte, als Belohnung dafür, dass die Kinder so leise waren, während des Gottesdienstes. Ein bisschen geschockt war ich allerdings, dass manche Lehrer die Kinder auch während des Gottesdienstes geschlagen haben. Schlagen ist ja sowieso ein Problem hier die Lehrer von Klasse 1 und 2 schlagen beide ziemlich viel, in den höheren Klassen wird das glücklicherweise weniger. Der Lehrstil ist generell auf Frontalunterricht ausgerichtet, die Lehrer interessiert es nicht so sehr, dass die Hälfte dessen was sie erzählen an den Kindern vollkommen vorbei geht… Vieles basiert auch auf Befehl, wenn ein Kind zum Beispiel etwas tut, was es nicht tun sollte (auch wenn es vielleicht nicht schlecht war) heißt es „Did I ask you to…“.
Die darauffolgende Woche gestaltete sich dann als reine Improvisationskunst, denn die Lehrerin der 2. Klasse hat ganz plötzlich eine Woche früher als „geplant“ ihr Kind (ein kleiner Junge) zur Welt gebracht und fiel damit aus, eine Ersatzkraft (es ist schon ein Wunder, dass es überhaupt eine gibt) kam erst in der nächsten Woche. Zusätzlich liegt die Lehrerin der 3. Klasse mit Malaria im Krankenhaus, was bedeutet, dass Class 1&2 zusammengelegt wurden und ich in Class 3 geschickt wurde, um dort die Aufsicht zu führen. Das war allerdings kein so großes Problem, auch wenn es mich einiges an Überwindung gekostet hat, denn die Madame aus der 4. Klasse hat den Kindern Aufgaben gegeben.
Trotzdem blieb mir noch die Chance auch die höheren Klassen kennenzulernen, die praktisch der Traum jedes Lehrers sind, denn als die Lehrerin von Klasse 5 sich um das Schulgeld kümmern musste, habe ich den Kindern, nachdem ich versucht habe mit den Kindern ein bisschen Galgenmännchen zu spielen (eigentlich hat es ganz gut geklappt, nur waren nicht alle interessiert daran), habe ich mit ihnen ihre Mathe-Themen wiederholt und als sie die Aufgaben nicht fertig machen konnten, haben sie mich sogar darum gebeten, sie ihnen als Hausaufgabe zu geben. Am nächsten Morgen kamen die Kinder dann ganz stolz und haben gesagt, dass sie alle Aufgaben gemacht haben. :D

Schulgeld

Das Thema Schulgeld verdient hier einen eigenen Absatz, denn es ist so ziemlich DAS Thema, seit Mitte Oktober. Viele der Schüler waren zur Zeit der 1st sequence noch nicht registriert, denn dafür fällt eine Gebühr an, was wiederum bedeutete, dass hinten in der Klasse während der Prüfungen immer zwischen 2 und 7 Kindern standen, die nicht mitschreiben durften, denn das war daran gebunden. So kamen während der Prüfungswoche immer mal wieder neue Prüflinge dazu, was die Lehrer vor ein paar organisatorische Schwierigkeiten stellte. Ende Oktober wurde dann noch ein bisschen genauer auf das Schulgeld geschaut, denn bis dahin sollte jedes Kind mindestens 5000 Francs (ca. 8 €) an Schulgeld gezahlt haben. Dann wurde begonnen, Kinder bei denen das nicht der Fall ist, nach Hause zu schicken. Bei der Grundschule ist das etwas simpler, als in der Vorschule, denn dort sind sich manche Kinder ihres Namens nicht bewusst und reagieren darauf nicht. Allerdings wurden den Kindern hier nur Notizzettel für die Eltern gegeben, was teilweise dazu führte, dass das Schulgeld gezahlt wurde oder aber auch dass Kinder die nächsten 3-4 Tage nicht in die Schule gekommen sind.

Nachdem ich jetz 2 ½ Monate in der Schule verbracht habe, habe ich mich dazu entschieden, mein Projekt zu wechseln und werde ab dem 26. November im St. Elizabeth Catholic General Hospital in Shisong in der Geburtshilfe arbeiten.

Schulgottesdienst in der Kirche von Bamkika'ai

Chaos nach der Morning Assembly

Die ganze Schule übt Marschieren

Sonntag, 19. Oktober 2014

Blutspenden in Kamerun

Eva und ich haben am Dienstag einmal ein kleines Abenteuer gewagt! Bereits als wir das Cardiac Center des Krankenhauses in Shisong besucht haben, haben wir erfahren, dass es dort eine Blutbank gibt, die sich über jede Spende äußerst freut, gerade weil dieses Wochenende mehrere Operationen am offenen Herzen durchgefuehrt werden und weil wir beide schon immer Blutspenden wollten (ich durfte ja zuhause noch nicht…) haben wir uns dafür entschieden, das in Kamerun mal zu probieren. Nach ein paar Besprechungen mit einem befreundeten Arzt, einfach über die Rahmenbedingungen (schließlich hatten weder ich, noch Eva jemals Blut gespendet) haben wir uns relativ spontan den Dienstag als Termin dafür ausgesucht. Also bin ich nach der Arbeit nach Shisong ins St. Elizabeth General Catholic Hospital gefahren, wo ich mich mit Eva getroffen habe. Zusammen sind wir dann zu der für die Blutbank zuständigen Schwester gegangen, wo wir ein Formular ausfüllen mussten, bezüglich unserer Blutspende Erfahrung, Krankheiten, Medikationen u.ä. Als diese prinzipielle Formalität abgeschlossen war, wurden wir von ihr ins Labor der Blutbank gebracht (dieses Labor entsprach vollkommen westlichen Standards und ist vollkommen hygienisch rein), wo uns der zuständige Arzt ein kleine Menge Blut für die üblichen Tests abgenommen hat. Zu dieser Zeit hatten wir schon 2 Stunden dort verbracht, hier wird niemand schnell hektisch, wenn es keine Probleme gibt
Einen fuer mich und einen fuer Eva


. Nach ein bisschen Wartezeit, die die Tests erforderten, wurden wir offiziell zur Blutspende zugelassen und Eva hat als erste von uns gespendet, weil wir nicht gleichzeitig spenden durften. Neben uns beiden waren noch 3 weitere Spender dort. Jeder von uns hat dann 450ml seines Blutes gespendet, was für uns beide überraschend schnell ging. Nach einer kurzen Zeit des Ausruhens haben wir uns mit Eisentabletten (die jeder Spender dort bekommt) und unserem kamerunischen Blutspendeausweis bewaffnet und vollkommen zufrieden und glücklich auf den Weg nach Hause gemacht. Dieses Abenteuer haben wir beide gut überstanden, keiner von uns hatte weitere Probleme, wir haben uns aber auch an die Tipps aus der blutspende-erfahrenen Heimat gehalten.

Die letzten Wochen in der St. Augustine's Nursery school in Bamkika'ai

Vor kurzem habe ich mich dazu entschieden, meine Erfahrungen bezüglich der Abläufe etc. in der Nursery School zu vergrößern, indem ich ein paar Wochen in der ersten Klasse der Nursery School verbringe. Ich hatte aber keineswegs vor meine 40 Kiddies aus Nursery II ohne bleibende Erinnerung zu verlassen, also habe ich mich mit 40 Blatt Papier bewaffnet mit dem Plan ein bisschen Papierflieger zu basteln, damit die Kinder nicht immer nur in der Schulbank sitzen. Ich fand es allein schon wunderbar, wie gut es bei den Kindern angekommen ist und mit wie viel Elan sie sich ans falten gemacht haben. Natürlich war es nicht gerade einfach, weil viele Kinder das erste Mal in ihrem Leben ein Blatt Papier einigermaßen ordentlich falten sollten. Aber am Ende hatte jedes Kind einen Flieger und weil mein ursprünglicher Plan, den Weitwurf-Wettbewerb draußen zu veranstalten, daran gescheitert ist, dass die Kinder zu aufgeregt waren, haben wir ihn drinnen durchgeführt. Es wurde ein voller Erfolg und für die Gewinner warteten ein paar deutsche Süßigkeiten!
Am nächsten Montag habe ich dann in Nursery I angefangen. Die Rahmenbedingungen in dieser Klasse sind ein bisschen komplizierter, denn dort sind ca. 80 Kinder zwischen 2 und 4 Jahren, weil es keine eigene Klasse gibt für die Kinder, die das eigentliche Eintrittsalter für die Schule (4Jahre) noch nicht erreicht haben (Pre-Nursery). Diese Bedingung, zusammen mit der Tatsache, dass es nur eine Lehrerin und eine soz. Betreuerin gibt, erschwert den Alltag in der Schule. Was im Klartext bedeutet, dass in der Regel mehr geschlagen wird, als in Nurserz II, denn diese Kinder reagieren auf die allseits beliebte Drohung „I beat you!“ nicht reagieren. Es ist natürlich wesentlich anders als in Deutschland, aber das Glück das man empfindet, wenn die Kinder lächeln oder sich freuen, wenn sie etwas doch geschafft haben, womit sie vorher Probleme hatten, ist wirklich wunderbar.Ich hatte es als meine Aufgabe entdeckt, den schwaecheren Kindern zu helfen und anschliessend die Lehrer beim Korrigieren der Hefte zu unterstuetzen, natuerlich war auch hier und da ein Liedchen dabei. Diese Woche stellte mich und Madame Odine, die „Betreuerin“ der Klasse (sie beaufsichtigt die Kinder, wenn sie aufs Klo gehen (die Kinder gehen immer alle zusammen), spült die Löffel, mit denen die Kinder essen etc., ich habe ihr in meiner Zeit in dieser Klasse dabei geholfen) vor ein paar Herausforderungen, weil die Lehrerin dieser Klasse im Krankenhaus lag und sie somit nicht in die Schule kommen konnte. Also mussten wir zwei uns überlegen, welche Aktivitäten wir durchführen. Wir haben uns dann einen Plan gemacht, haben gesungen, getanzt und ein bisschen schreiben und benennen von Körperteilen. Ich war ehrlich gesagt fast schon ein bisschen traurig, als die Lehrerin wieder gekommen ist… Hier besteht allerdings auch das Problem, dass hier selten genug Zeit zur Erholung genommen wird, weil die eigene Arbeit dann schnell in Gefahr gerät.

Nach 6 Wochen in der Nursery School (gerecht aufgeteilt in I und II), die mit positiven und negativen Erfahrungen bestückt waren, werde ich mir jetzt die Grundschule in Bamkika’ai anschauen! Um erst einmal einen Ueberblick zu bekommen, werde ich jede Woche eine der 6 Klassen der Grundschule besuchen und somit am Montag in Class 1 anfangen!
Schreibuebungen in Nursery II

Klassenfoto meiner 40 Suessen

Immer schoen nacheinander beim fliegen lassen

Es ist schon wesentlich voller in Nursery I

Samstag, 18. Oktober 2014

Ein Ausflug nach Bamenda

Am Samstag haben wir uns zu unserem ersten großen Ausflug (beinahe) alleine aufgemacht. Dieser führte uns nach Bamenda, der Hauptstadt der Nordwest Region. Gefahren sind wir zusammen mit einer befreundeten Freiwilligen und Public Transport. Es war ein bisschen unbequem, aber die Strecke nach Bamenda ist zu 80% hervorragend und frisch saniert, außerdem ist die Landschaft entlang der Straße wunderbar, man kann tausende von kleinen Wasserfällen sehen und es ist traumhaft! Nach 3 Stunden Fahrt endlich angekommen, führte uns unser erster Weg zu Prescraft. Prescraft ist ein bisschen wie die "Eine Welt"-Läden in Deutschland. Sie konzentrieren sich auf Handwerk, dass in Kamerun hergestellt wurde und kaufen und verkaufen es zu fairen Preisen. Das Sortiment reicht von Basttaschen, über Holz- und Kürbiswerke, bis zu Töpferarbeiten! Die gesamte Atmosphäre dort ist wunderschön und es ist doch auch faszinierend, was hier alles so gemacht wird und wie wunderschön das Alles ist. Dort haben wir uns mit einer Freundin getroffen, die uns noch mehr von Bamenda gezeigt hat. Als erstes waren wir bei einer Bäckerei. Wir waren sooo glücklich als wir gesehen haben, was es in einer Großstadt im Vergleich zu Kumbo so alles gibt, denn diese Bäckerei hatte neben Baguette auch Kuchen (!) und Vollkornbrot (!), wovon wir erst mal ein bisschen mitgenommen haben, aber auch die Supermärkte bieten ein größeres Spektrum an Auswahl an. Nachdem wir also die französisch angehauchten Backwaren genossen haben, haben wir uns auf den Weg zum Hauptmarkt gemacht, weil wir auf der Suche nach mit Baumwolle gefüllten Kissen waren, die wesentlich weicher sind, als die die es in unserem Haus gibt... Der Markt ist wirklich enorm groß und man muss dazu sagen, dass wir nur wenig davon gesehen haben... Generell bin ich recht froh über Kumbo als unseren Wohnort, weil Bamenda unübersichtlich groß und voll ist. Nachdem wir dann genung vom Gedränge im Markt hatten, sind wir ins "Regierungsviertel" Bamendas gefahren, Upstation ist der Name, in dem sich alle möglichen Verwaltungsgebäude, aber eben auch das Haus des Regionalpräsidenten befinden. Dementsprechend uneinladend ist dieses Viertel auch, vieles ist hinter hohen Mauern und Stacheldraht versteckt... Und natürlich haben wir auch die Kathedrale in Mankon besucht, die wirklich richtig schön über Bamenda liegt mit einem riesigen Platz davor. Danach haben wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Hause gemacht, denn wir waren einfach nur richtig fertig. In Bamenda wird einem immer am deutlichsten bewusst, dass wir auf die Trockenzeit zugehen, denn dort ist es wirklich, wirklich, wirklich warm, vor allem in der Sonne, der man mangels Bäumen nicht so gut aus dem Weg gehen kann. Überglücklich sind wir deshalb im noch schön kühlen Kumbo angekommen. Zuhause mussten wir feststellen, dass wir kleine Heinzelmännchen zu Besuch hatten, die unseren kleinen Garten, der früher einem Dschungel glich, vollkommen pflanzbereit hinterlassen haben! Also warten wir jetzt nur noch auf den nächsten Markttag, um Setzlinge und Samen zu kaufen!



Der goettliche Kuchen der Imagine Baeckerei

Die Vollkornbrotauswahl 

Blick auf einen kleinen Teil Bamendas

Die Kathedrale in Mankon

Unser Garten nach grossflaechiger Rodung, was noch steht ist unser Fevergrass

Sonntag, 5. Oktober 2014

Wir lernen die Gegend kennen!

Auch wenn wir recht selten von uns hören lassen, waren wir doch nicht tatenlos hier in Kumbo! Letzte Woche kam eine weitere deutsche Freiwillige hier in Kumbo an und wir hatten das Privileg, ihr die wichtigsten Plätze Kumbos zu zeigen!
Freitags haben wir uns auf den Weg nach Takijar gemacht, zum Kattel Market. Dieser Markt ist Kumbos zentraler Fleisch- und Viehmarkt, zu dem auch viele extra angereist kommen. Den größten Teil der Besucher machen die Fulani aus, ein Stamm, der meist muslimisch ist, und 80% der Kühe hier in der Gegend besitzt. Die Kühe werden alle in ein großes Gehege gesteckt, wo potenzielle Käufer sie anschauen können. Natürlich haben auch wir uns zumindest die Kühe von näher angesehen, die innerhalb eines Zaunes waren, um die anderen haben wir einen großen Bogen gemacht... Wir waren dann ziemlich überrascht, als wir die Preise für eine Kuh erfahren haben, der zwischen 250.000 und 500.000 CFA liegen kann. Schlussendlich haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden ein Kuh zu kaufen, es laufen in SAC ja schon genügend schuleigene Kühe herum. Dort werden neben Kühen auch Schafe und Ziegen umgesetzt, allerdings in wesentlich kleineren Mengen. Zusätzlich gibt es dort das frischeste und nebenbei auch am besten aussehende Fleisch, weil es im Prinzip frisch geschlachtet wurde. Deshalb gibt es dort auch das beste Soya und das haben wir dann auch probiert!
Bevor wir uns wieder auf den Weg gemacht haben, habe ich es natürlich auch geschafft Kuhscheiße in meine Schuhe zu transportieren...
Den Tag danach haben wir den Rest Energie genutzt, um mit einem Freund nach Tadu zu fahren, was ungefähr 30 Minuten Fahrt von Kumbo entfernt ist, um die Tadu Dairy Farm zu besuchen. Diese Milchfabrik stellt in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kuhbauern (auch meistens Fulani) aus deren Milch Joghurt, Butter und Käse her. Sie arbeiten sogar daran, frische Milch anbieten zu können. Der Manager hat uns sehr lieb empfangen und uns ganz viel erklärt und einen seiner Mitarbeiter als Führer eingestellt. Mit Schuhüberzug und Haarnetz bewaffnet haben wir die kleinen Räume besichtigt und durften anschließend noch Joghurt probieren! Da wir diesen Käseherstellenden Ort nicht ohne Käse verlassen konnten (Wir haben Luftsprünge gemacht, als wir das erfahren haben) haben wir uns noch mit Milchprodukten eingedeckt! (Auch wenn man sagen muss, dass man sich über Käse und Erdbeerjoghurt zwar sehr freuen kann, man aber immer wieder auch enttäuscht wird...)
Hier holt uns ansonsten der Alltag ein, deswegen gibt es nicht so viel neues seitens der Schule. Meine Zeit dort neigt sich dem Ende zu, ich bleibe dort noch bis Ende Oktober, momentan macht mich das ein bisschen sentimental wegen der Kinder, die einfach zu goldig sind...
Die Kühe von Takijar

Das ist Herbert, Herbert kostet 380.000 CFA, mehr als 600€

Wir haben uns frisches Soys und Kartoffeln gegönnt

Im Sekretariat der Tadu Dairy Farm

Ganz links findet die Käseproduktion statt, im hinteren Teil das Abfüllen des Joghurts

Hier reift der kamerunische Gouda


Die Dairy Farm verkauft Erdbeer-, Ananas-, Vanille- und probiotischen Naturjoghurt